Berliner Wasserbetriebe – Ein Schlag ins Wasser

Mit einer Email vom 22. April 2015 forderten die Berliner Wasserbetriebe diverse Agenturen zur Abgabe eines Konzepts zur Weiterentwicklung der Informations- und Öffentlichkeitskampagne der Berliner Wasserbetriebe auf. Als Frist für die Abgabe des Angebots wurde der 13. Mai 2015 mitgeteilt.

Das einzureichende Konzept soll bereits umfangreich sein. So soll es die Entwicklung eines Kreativansatzes (kommunikatives Dach), die Entwicklung / Ausarbeitung eines überzeugenden Storytelling-Ansatzes, die Erstellung / Umsetzung eines Gesamtkonzepts für die Kampagne (inkl. einer groben Empfehlung für die Mediaplanung) sowie die Entwicklung und Umsetzungsplanung von Informations-, Aktivierungs- und Dialogmaßnahmen für definierte Zielgruppen mit konkreter Aussage enthalten. Ferner wird die Einreichung einer detaillierten Umsetzungs- und Budgetplanung sowie die Evaluation der Maßnahmen vorausgesetzt.

Das komplett ausgearbeitete Konzept wird bereits bei Angebotsabgabe am 13. Mai 2015 angefordert. Stellt man den erheblichen Konzeptionsaufwand dem mit 3 Wochen doch sehr kurz bemessenen Konzepterarbeitungszeitraum gegenüber, kommen Zweifel an einer fairen Ausschreibung auf. Ferner beträgt das Budget lediglich EUR 400.000,00 (inkl. Agentur- und Fremdleistungen). Berücksichtigt man den doch weitreichenden Leistungsumfang, so sei auch hier die Frage erlaubt, ob das vorgenannte Budget überhaupt zur Umsetzung des gewünschten Konzepts ausreichen kann. Abschließend bleibt zu beanstanden, dass trotz dieser umfangreichen Anforderungen und dem damit verbundenen zeitintensiven Aufwand kein Pitch-Honorar gezahlt wird.

Aus Agentursicht ist diese Ausschreibung ein Schlag ins Wasser.

Zombie Run: Mal was Kurioses – Pressearbeit für Zombies

Die Kunst der Public Relations besteht darin, auch aus abwegigen Themen eine interessante, kreative Story zu entwickeln und der Öffentlichkeit zu vermitteln. Daher sollte man sich als Agentur besonders freuen, wenn der Auftraggeber besonderen Wert auf Kreativität legt.

Die Idee, Zombies in deutschen Städten über eine Strecke von fünf Kilometern über Hindernisse laufen zu lassen, das ist schon mal kreativ! Der abgefragte Leistungskatalog hat hingegen wenig mit kreativer PR-Arbeit zu tun.

Die Organisatoren von drei Zombie-Hindernislaufveranstaltungen in Deutschland haben ihre Pressemeldungen bislang selbst verfasst, an einen Presseverteiler geschickt und „nachgefasst“. Bislang jedoch leider ohne den erwünschten Erfolg. Durch die Zusammenarbeit mit einer Presse-Agentur erhofft man sich nun, dass „das Projekt in jeder Zeitung und Online-Magazin geführt wird“. Insofern wird jemand gesucht, „der die Kommunikation mit der Presse im Print und Online-Bereich bzgl. Bewerbung im Vor- und Nachfeld der Veranstaltungen übernimmt, betreut und pflegt“. „Weitere Vorschläge“ werden zudem gerne angehört. Wenn es doch nur immer so einfach wäre.

Zu Veranstaltungskonzept, Zielgruppe, Budgetrahmen finden sich keinerlei Informationen. Ein Angebot für eine erfolgreiche Pressebetreuung auf Grundlage der in der Email der Organisatoren mitgeteilten Informationen wird eine kreative Presse-Agentur aber schon hinkriegen, oder?